Schmökern...

Das Gewicht des Lebens

Ein junger Mann kam zu einem alten Weisen.

"Meister", sprach er mit schleppender Stimme, "das Leben liegt mir wie eine Last auf den Schultern. Es drückt mich zu Boden und ich habe das Gefühl, unter diesem Gewicht zusammenzubrechen."

"Mein Sohn", sagte der Alte mit einem liebevollen Lächeln, "das Leben ist leicht wie einer Feder."

"Meister, bei allem Respekt, aber hier musst Du irren. Denn ich spüre mein Leben Tag für Tag wie eine tonnenschwere Last auf mir lasten. Sag, was kann ich tun?"

"Wir sind es selbst, die uns Last auf unsere Schultern laden." sagte der Alte, noch immer lächelnd.

"Aber ..." wollte der junge Mann einwenden.

Doch der alte Mann hob die Hand: "Dieses "Aber", mein Sohn, wiegt allein schon eine Tonne ..."

(Quelle unbekannt)

 

"Rentner sind Trender" - Sie wollen alles haben

aus: Die Welt, 21.9.13

 

Von wegen beige Jacke und Ruhestand – warum die über 60-Jährigen unsere Vorstellungen vom Alter revolutionieren werden. Und wie sie mit ihren Konsumwünschen die Wirtschaft ankurbeln..

Es gab eine Zeit, sie ist noch gar nicht lange her, da zog sich der ältere Mensch, sobald sein Chef ihn in den Ruhestand verabschiedet hatte, in die Gemütlichkeit seines Eigenheims zurück. Er zimmerte einen Geräteschuppen für den Rasenmäher und legte sich eine beigefarbene Jacke aus Popelinestoff zu. Die weibliche Vertreterin dieser Generation erkannte man an ihrem weißgrauen, wie Zuckerwatte um den Kopf gebauschten Schopf. Eine Haartracht, der die Zeitschrift "Titanic" den hübschen Namen "Silberzwiebel" gab. Wer sie trug, signalisierte seinem Umfeld: "Sollen sich doch die Jungen ruhig in Lederleggings zwängen. Ich bin raus aus dem Spiel. Ich bin unsichtbar, und das ist gut so."

Die Frisur mit dem omihaften Charme ist nun vom Aussterben bedroht. Denn die Frauen, die jetzt ins Rentenalter kommen, tragen einen Pixie à la Jean Seberg, einen Bob oder vielleicht sogar Rastalocken. Die Silberzwiebel, Symbol einer biedermeierlichen Lebensform, passt weder zu ihrem Selbstbild noch zu ihrem Stil.

 

Mit 60 ist man kein Opa mehr

Zwar wird im Jahr 2030 fast jeder dritte Deutsche 65 Jahre und älter sein. Doch dieser demografischen Tatsache könne das Land gelassen entgegensehen, beruhigt die gerade veröffentlichte "Evian live young"-Studie. Denn je älter die Menschen werden, desto jünger fühlen sie sich. Und diese jugendliche Power strahlen sie auch aus. "Wenn eine Produktion einen alten Mann sucht, dann schlage ich lieber einen 80-Jährigen vor", sagt Janna Schultz, Geschäftsführerin der in Berlin ansässigen Agentur Extras, die Komparsen für Filmproduktionen vermittelt. "Denn ein 60-Jähriger entspricht heutzutage nicht mehr dem Bild eines idealtypischen Opas."

In der "Evian-Studie", für die TNS Infratest 500 Deutsche befragt hat, betonen 75 Prozent der über 60-Jährigen, sie fühlten sich jünger, als sie in Wirklichkeit sind. "Das gefühlte Alter der heute über 60-Jährigen liegt sieben bis zehn Jahre unter dem biologischen", bestätigt auch Professor Dr. Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der Hamburger BAT Stiftung für Zukunftsfragen. Reinhardts Prognose: "Mit ihrem Individualismus und ihrem Hedonismus wird diese Generation einen ganzen Lebenszyklus neu definieren." Ist Alt das neue Jung? Und was kommt da auf uns zu? Müssen die 13-jährigen Skater die Halfpipes demnächst für ihre Großväter frei machen?

Das ist wohl eher nicht zu befürchten. Dabei kennen sich die jungen Alten mit den Lieblingsspielzeugen der Jungen bestens aus. Sie bloggen, twittern und posten auf Facebook. Und die 62-jährige Mutter borgt sich auch gern mal das Stella-McCartney-Kleid ihrer Tochter. "Wenn unsere Kundinnen über 60 sich erst für einen Designer entschieden haben, bleiben sie ihm treu und bevorzugen die etablierte Erstlinie", sagt Susanne Botschen, Gründerin und Head of Buying von mytheresa.com. "Sie sind chic, elegant und sehen deutlich jünger aus, als sie eigentlich sind." Dass Kleidung eine ihrer wirksamsten Anti-Aging-Waffen ist, bestätigt auch die "Evian-Studie". Die Hälfte der 60- bis 70-Jährigen hat Spaß daran, modisch etwas zu riskieren. Nur die Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ist ähnlich trendaffin.

 

Hippies bleiben Hippies

Die jugendlichen "Woopies" (well-off older people) sind so ganz anders als ihre unscheinbaren Eltern – und oft progressiver als ihre eigenen Söhne und Töchter. Wie ist das zu erklären? Welche Ereignisse haben sie geprägt? Zu dieser Generation gehören die Schauspielerinnen Meryl Streep, 64, und Charlotte Rampling, 67, die Musiker Mick Jagger, 70, und Iggy Pop, 66. Und viele andere Individualisten, die man eher mit Sex and Drugs and Rock'n'Roll in Verbindung bringt als mit dem Seniorenteller. Diese freien Radikalen wurden zwischen 1940 und 1950 geboren, es sind die Jahrgänge, die als Achtundsechziger Geschichte machten. Sie engagierten sich als Hippies und Blumenkinder für den Weltfrieden. Sie praktizierten die freie Liebe, protestierten gegen den Vietnamkrieg und experimentierten mit Cannabis und LSD.

Die Hirnforschung hat in den vergangenen Jahren nachgewiesen, dass Erlebnisse, die mit starken Gefühlen aufgeladen sind, das Selbstbild eines Menschen für immer prägen. "Lebe wild und gefährlich": Dieser Imperativ formte die Persönlichkeit der Frauen und Männer, die heute zwischen Anfang 60 und Anfang 70 sind. "Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkriegs, für den man die "alten" Männer der Elterngeneration verantwortlich machte, wollte die Jugend radikal anders sein", sagt Wolfgang Joop, 68, Gründer und Kreativdirektor des Modelabels Wunderkind. "Das, was noch in den Fünfzigern gelehrt wurde, fand in den Sechzigern keine Anwendung mehr. Soul und Rock'n'Roll veränderten die Welt. Es war auch die Geburt einer stilistischen Revolution, die mit allem Gestrigen brach."

Nun zetteln die in die Jahre gekommenen Hippies und Straßenkämpfer eine Revolution des Alters an. Dabei stecken sie in einem Dilemma, das sich schwer auflösen lässt: Wer immer jung bleiben will, wird nie so richtig erwachsen. Wolfgang Joop, einer der wichtigsten deutschen Modemacher, betrachtet das Treiben seiner Generationsgenossen jedenfalls mit dem distanzierten Blick eines Ethnologen: "In Sprache, Gestus und Geschmack der Achtundsechziger können Experten einen ausgeprägten Hang zum 'Infantilismus' entdecken. Weiche Formen, softe Farben und Dauerunterhaltung lassen unsere Hightech-Welt im Kern wie eine Kindertagesstätte aussehen."

 

Sie haben so viel Geld, dass alle neidisch sein könnten

Einer der Jungbrunnen, aus denen diese Generation fröhlich und unbesorgt schöpfen kann, ist übrigens das Geld. Davon haben die Achtundsechziger so viel, dass die zwischen 1955 und 1965 geborenen Babyboomer und alle anderen nachfolgenden Kohorten neidisch werden könnten. "Viele Frauen und Männer dieser Generation haben 30 oder 40 Jahre in die Rentenkassen eingezahlt und erwarten hohe Ruhestandsgehälter", sagt Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt. "Einige haben auch bereits beträchtliche Vermögen geerbt. Und sie gehen mit diesem Reichtum ganz anders um als ihre Eltern." Die in den 20er- und 30er-Jahren geborenen Deutschen sparten ein Leben lang, um sich im Alter ein paar bescheidene Wünsche erfüllen zu können. Die Achtundsechziger konsumieren und leben nach dem Motto: "Ich will alles, und zwar sofort." Entsprechend fordernd treten sie auch auf. Mit der gleichen Entschlossenheit, mit der sie in allen Lebensbereichen ihre Interessen durchsetzen, werden sie in den nächsten Jahren auch die Wirtschaft ankurbeln. "Rentner sind Trendner", sagt Zukunftsforscher Reinhardt. Drei Entwicklungen, die sie initiiert haben, zeichnen sich schon jetzt ab.

Autos mit Nostalgie-Appeal sind die neuen Publikumslieblinge. Noch in den 70er-Jahren, erinnert sich der Autodesigner Lutz Fügener, hätte man in Deutschland kein Retro-Auto verkaufen können. Denn damals hungerte das Land nach Zukunft, idealisierte nicht – wie heute – die Vergangenheit. Jetzt sind Mini Cooper, VW Beetle oder Fiat 500 Bestseller. Die schicken Stadtflitzer mit Retro-Charme sind vor allem bei Frauen beliebt. Denn sie wecken schöne Erinnerungen: "Weißt du noch, wie wir damals auf der Rückbank des VW Käfers saßen und mit den Eltern über den Brenner nach Italien gefahren sind?"

Der Retro-Chic in der Mode macht Pause. So sehr die weiblichen Woopies Autos mit nostalgischen Formen lieben – die ewigen Neuauflagen von Schlaghosen, Hippiekleidern und Sixties-Dresses langweilen sie. Bei jüngeren Kundinnen kommen Vintage-inspirierte Entwürfe zwar immer noch gut an. Die über 60-Jährigen, so beobachtet Stilexpertin Susanne Botschen, "haben die 60er- und 70er-Jahre intensiv miterlebt und wünschen sich etwas Neues". Designer, die die konsumfreudige Gentlewoman ansprechen wollen, sollten sie also öfter mal mit innovativen Looks überraschen. Wie eine solche von Retro-Einflüssen befreite Mode aussehen könnte, zeigte der Designer Christophe Lemaire mit seiner ersten Kollektion für das Label Hermès. Locker fallende Kaftane, bodenlange Mantelkleider, Outfits, bei denen die Hosen übergangslos mit den Stiefeln verschmolzen: Lemaires Entwürfe für Herbst/Winter 2012 offenbarten ein ebenso erwachsenes wie entspanntes Konzept von Eleganz. Seine Entwürfe waren erhaben über Trends – und gerade deshalb ein Statement für zukunftsweisendes Design.

 

Bruce Willis ist ein neues, altes Sexsymbol

Die neuen Sexsymbole des Kinos sind über 60. Eine Gruppe von Senioren um Judi Dench und Bill Nighy erlebt in "The Best Exotic Marigold Hotel" (2012) in Indien das Abenteuer ihres Lebens. Meryl Streep und Tommy Lee Jones bringen als alterndes Ehepaar in dem Film "Wie beim ersten Mal" (2012) ihr Sexleben wieder in Schwung. Und nach der ersten Folge der Agentenkomödie "R.E.D. – Älter. Härter. Besser." retten Bruce Willis und Helen Mirren als pensionierte CIA-Agenten in der am 12. September gestarteten Fortsetzung "R.E.D. 2 – Noch älter. Härter. Besser." wieder einmal die Welt. Filme mit lebenserfahrenen Helden sind die neuen Quotenbringer.

Kein Wunder, denn laut Stiftung für Zukunftsfragen investieren die über 60-Jährigen besonders üppige Summen in Bücher, CDs, Theater- und Kinokarten. Die Filmindustrie stellt sich auf die finanzstarke Zielgruppe ein – und kreiert Charaktere, mit denen sich ihr Premium-Publikum identifizieren kann. Weil diese Fans sehr treu sind und wie ihre Idole forever young bleiben wollen, werden auch die Rolling Stones wohl noch durch die Welt touren, bis Mick Jagger mit dem Rollator über die Bühne rattert. "Zu altern ist eine faszinierende Angelegenheit", bekannte sein Langzeitkumpel Keith Richards. "Je älter man wird, desto älter will man werden."

Elke Krüsmann ist Autorin in München. Soeben ist ihr Sachbuch "Endlich Lady! Älter werden muss nicht beige sein" im Mosaik-Verlag erschienen


Die Menschen machen weite Reisen, um zu staunen:
über die Höhe der Berge, über riesige Wellen des Meeres,
über die Länge der Flüsse, über die Weite des Ozeans
und über die Kreisbewegung der Sterne.
An sich selbst aber gehen sie vorbei, ohne zu staunen.
Aurelius Augustinus


Hier etwas ganz Scheußliches und doch sehr wichtig, sich damit auseinander zu setzen!!!

 

http://www.minds.com/blog/view/201538/quite-possibly-the-most-eye-opening-six-minutes-ever-on-film


How to be an artist - Joseph Beuys

Lasse dich fallen. Lerne Schlangen zu beobachten.

Pflanze unmögliche Gärten.

Lade jemand Gefährlichen zum Tee ein.

Mache kleine Zeichen, die „ja“ sagen und

Verteile sie überall in deinem Haus.

Werde ein Freund von Freiheit und Unsicherheit.

Freue dich auf Träume. Weine bei Kinofilmen.

Schaukel so hoch du kannst

mit einer Schaukel bei Mondlicht.

Pflege verschiedene Stimmungen.

Verweigere dich „verantwortlich“ zu sein.

Tue es aus Liebe.

Mache eine Menge Nickerchen.

Gib weiter Geld aus. Mache es jetzt. Das Geld wird folgen.

Glaube an Zauberei. Lache eine Menge.

Bade im Mondlicht.

Träume wilde, phantastische Träume.

Zeichne auf die Wände. Lies jeden Tag.

Stell dir vor, du wärst verzaubert. Kichere mit Kindern.

Höre alten Leuten zu. Öffne dich. Tauche ein.

 

Sei frei. Preise dich selbst.

Lass die Angst fallen.

Spiele mit allem.

Unterhalte das Kind in dir.

Du bist unschuldig.

Baue eine Burg aus Decken.

Werde nass.

Umarme Bäume.

Schreibe Liebesbriefe.

... und ich sage: Tanze so viel wie möglich.



Über Konditionierung: Ein Beispiel mit Affen und Bananen

Amerikanische Wissenschaftler haben vier Affen zu Forschungszwecken in einen Käfig gesperrt. In diesem Käfig stand ein Pfahl, an dessen Spitze Bananen angebracht waren. Immer wenn ein Affe versuchte, an diese Bananen zu gelangen, wurde er von den Wissenschaftlern mit einem eiskalten Wasserstrahl daran gehindert.

Das geschah so lange, bis die Affen verstanden hatten, dass sie die Bananen nicht erreichen konnten. Sie hatten gelernt, dass es sinnlos war, es überhaupt nur zu versuchen.

Dann tauschten die Wissenschaftler einen Affen aus. Dieser wollte sofort auf den Pfahl zu den Bananen. Aber die "wissenden" Affen hinderten ihn sowohl "verbal" als auch mit körperlichem Einsatz so lange daran, bis er aufgab.

Schrittweise tauschten die Wissenschaftler einen nach dem anderen Affen aus, bis schließlich keiner der Affen im Käfig war, der selbst mit einem Wasserstrahl Bekanntschaft gemacht hatte. Zudem hatten die Wissenschaftler die kalte Dusche längst abgebaut.

Trotzdem versuchten die Affen nicht mehr, den Pfahl zu besteigen und die Bananen runterzuholen. Sie hatten ihre Lektion gelernt - von ihren Vorgängern.

 


Zwillinge im Mutterleib unterhalten sich

Im Mutterleib wuchsen Zwillinge heran. In dem Maße wie ihr Bewusstsein, stieg auch ihre Freude: „Ist es nicht wunderbar, dass wir leben?“, sagte eines Tages der eine zum anderen.

„Oh ja“, meinte der Angesprochene, und plantschte ein wenig mit seinen kleinen Händchen durch das Wasser, in dem sie schwammen.

Die Zwillinge begannen im Laufe der Zeit ihre Welt zu entdecken. Dabei fanden sie auch die Schnur, die sie mit ihrer Mutter verband und ihnen Nahrung gab.

Beglückt sagten sie: „Wie groß ist doch die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!“ So vergingen die Wochen und sie bemerkten, wie sie sich veränderten.

„Was bedeutet es, dass wir uns im Laufe der Zeit so verändern?“ fragte der eine den anderen.

Der antwortete: „Das bedeutet, dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald dem Ende zugeht.“

„Aber ich will doch gar nicht gehen,“ entgegnete der zweite, und fügte hinzu:

“Glaubst du eigentlich an ein Leben nach der Geburt?"

“Ja, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir stark genug sind für das, was uns erwartet."

“Blödsinn, das gibt es doch nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?".

“Das weiß ich auch nicht so genau. Aber es wird sicher heller als hier sein. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen?".

“So ein Unsinn! Herumlaufen, das geht doch gar nicht. Und mit dem Mund essen, so eine komische Idee! Es gibt doch eine Nabelschnur, die uns ernährt und die ist ja jetzt schon zu kurz zum Herumlaufen.“

“Doch es geht ganz bestimmt. Es wird eben alles nur ein bisschen anders!".

„Wir werden unsere Lebensschnur verlieren. Wie aber sollen wir ohne sie leben? Vielleicht haben andere vor uns schon diesen Mutterschoß verlassen, doch keiner von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass es ein Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende, da bin ich mir ganz sicher!“

“Es ist noch nie einer zurückgekommen von “nach der Geburt“. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende, danach ist alles dunkel und Quälerei“.

 

So fiel der eine, der Pessimistische von beiden, in einen tiefen Kummer und sagte: „Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann das Leben im Mutterschoß? Es ist sinnlos. Vielleicht gibt es gar keine Mutter?“

„Aber sie muss doch existieren“, protestierte der andere, „wie sollten wir sonst hierhergekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?“

“Auch wenn ich nicht genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen und sie wird für uns sorgen“.

“Mutter? Du glaubst an eine Mutter? Sag mir, hast du je unsere Mutter gesehen?“ fragte der erste, „Möglicherweise lebt sie nur in unserer Vorstellung, und wir haben sie uns bloß ausgedacht, damit wir unser Leben dann besser verstehen können. Wo ist sie denn bitte?"

“Na hier, überall um uns herum. Wir sind und leben in ihr und durch sie. Ohne sie können wir gar nicht sein“.

“Quatsch! Von einer Mutter habe ich noch nie etwas bemerkt, also gibt es sie auch nicht“.

Doch manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wenn sie unsere Welt streichelt…“

So waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großen Ängsten. Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie die Augen und was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume und Vorstellungen.